50.000 Gäste zwischen Kaffeekranz und Weltmarktpolitik | Ein Jahr nach Wiedereröffnung des Haus Zum Arabischen Coffe Baum
Angie Pörsch
Zuletzt geändert am 30.06.2026 16:01 Uhr
ca. 3 Min Lesezeit
Vor genau einem Jahr, am 1. Juli 2025, eröffnete nach sechs Jahren der baulichen Sanierung das Haus Zum Arabischen Coffe Baum - Leipzig « mit Museum, Café und Restaurant wieder seine Türen. Eines der attraktivsten und besucherstärksten Häuser des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig ging damit wieder ans Netz. Die geistige und kulinarische Erbauung gehen im Coffe Baum Hand in Hand, damals schon und heute genauso. In den vergangenen zwölf Monaten besuchten über 50.000 Gäste den kulturtouristischen und gastronomischen Hotspot. Seit über 300 Jahren ist dieses Haus ein Zentrum des Kaffees, ein Ort des Austauschs und der Geselligkeit für Gäste aus nah und fern.
O-Ton von Dr. Anselm Hartinger (Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig)
Und was zeichnet Museum und Gastronomie aus? Stets ein Hauch Liebe und Raffinesse! Maike Günther Projektleitung Museum Zum Arabischen Coffe Baum, Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte bis 1800 am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig „Wir freuen uns jeden Tag über die großartige Resonanz der Besucherinnen und Besucher im Haus Zum Arabischen Coffe Baum. Das hatten wir so nicht erwartet. Mehr als 4.000 Gäste genießen jeden Monat die leichtfüßigen Erzählungen zum Kaffee und zur Kaffeehausgeschichte. Wir haben Führungsanfragen in traumhaftem Ausmaß. Viele verbinden ihre Familienfeiern und Jubiläen im Restaurant mit einer Führung durch das Museum. Geistiger und kulinarischer Genuss gehen hier Hand in Hand. Dafür hat sich der riesige Aufwand gelohnt!“ Sven Gerling, Gastgeber im Café und Restaurant, Geschäftsführer Kaffeehaus GmbH: „Als wir im April vergangenen Jahres die Türen aufgeschlossen haben, lag eine spürbare Ehrfurcht in der Luft. Ein solches Haus zu führen, ist eine große Verantwortung. Nach einem Jahr im Vollbetrieb können wir sagen: Das Konzept ist aufgegangen, auch wenn es ein Jahr des intensiven Lernens war. Bei einem so komplexen, historischen Gebäude über mehrere Etagen läuft natürlich nicht vom ersten Tag an alles perfekt – wir mussten uns einspielen und Abläufe anpassen. Umso stolzer sind wir, wie fantastisch die Kombination aus unseren verschiedenen Etagen – von der Lehmannschen Stube im Erdgeschoss bis zum neu gestalteten Museum oben – inzwischen angenommen wird. Dieses Haus atmet Geschichte, aber es lebt durch die Menschen. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum haben wir eine echte Symbiose geschaffen: Hier verbinden sich Kaffeekultur und Stadtgeschichte an einem einzigen Ort – egal, ob man für den Genuss im Café oder für den Besuch des Museums zu uns kommt.“
Hintergrundinformation Haus Zum Arabischen Coffe Baum Im Herzen der Altstadt gelegen, gehört das Haus »Zum Arabischen Coffe Baum« zu den ältesten Kaffeehäusern Europas. Seit 1711 wird hier der Sachsen liebstes Heißgetränk ausgeschenkt. Die eindrucksvolle Portalplastik illustriert ein Stück Kaffeekulturgeschichte und gab dem Haus seinen Namen. In jedem Jahrhundert war der Coffe Baum Anziehungspunkt für berühmte Gäste, wie für den Schriftsteller Johann Christoph Gottsched oder den Komponisten Robert Schumann. Zu DDR-Zeiten trafen sich hier die Mitglieder des 1978 gegründeten Künstlercafés, später verkehrten hier Prominente wie Maximilian Schell, Mario Adorf, Bill Clinton oder Kurt Masur. In den 16 historischen Räumen des Museums wandeln die Gäste auf den Spuren des Kaffees. Von strengen Kaffeehausordnungen des 18. Jahrhunderts bis zur Kaffeekrise der DDR, von den kolonialen Verflechtungen des Kaffeeanbaus bis zu globalen Handelsbeziehungen heute – Kaffeegeschichte ist facettenreich. Die Ausstellung im einzigartigen barocken Baudenkmal lädt unter anderem ein, August dem Starken, Johann Sebastian Bach und den berühmten »Gaffeesachsen« mit ihrem »Bliemchengaffee« ebenso wie Melitta Bentz’ Filtertüte und der legendären »Moka Efti« zu begegnen. Der Eintritt in das Museum ist kostenfrei. Die Öffnungszeiten sind täglich 11 bis 19 Uhr.