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Rock & Pop News

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Zuletzt geändert am 03.08.2019 19:09 Uhr von Bernd Ostendorff
Bio – Beranger (Full)
Gerade, wenn man dachte, es gäbe keine musikalische Genialität mehr auf der Welt, tauchen Beranger auf und beweisen uns das Gegenteil. Das Duo, bestehend aus einem klassischen Pianisten und einem Drummer, die aus den gegensätzlichsten Teilen der Erde stammen, traf sich in Berlin und beschloss, sich fortan gemeinsam als Straßenmusiker in den Straßen der deutschen Hauptstadt zu verdingen. Angesichts eines „Karrierestarts“ mit Auftritten in Parks und auf öffentlichen Plätzen gegen Passanten-Spenden kann man Beranger deshalb durchaus als eine Band bezeichnen, auf die der Begriff „von der Pieke auf“ zutrifft. Musikalisch arbeiten die beiden an einer Verknüpfung von klassischer Musiktradition und progressiver Rockmusik, die sich mit der Begriffskomposition „Barock’n’Roll“ umschreiben lässt. Würde man heute versuchen, die Beranger-Bandgeschichte mit seinen zahlreichen unerwarteten Wendungen bei einem Filmproduzenten zu pitchen, so würde man zweifellos zu hören bekommen, der Plot sei schlichtweg zu unrealistisch. Doch hier ist sie: eine renitente, undefinierbare, improvisierende und absolut unvergessliche Live-Band, die selbst die unkonventionellste Alt-Rock-Band alltäglich erscheinen lässt und aus klassischer Musik völlig neuen, ansteckenden, angepunkten Pop macht.

Die beiden Bandmitglieder trafen sich unter einer Brücke am Alexanderplatz, als Beranger Gras für jene Pendler musizierte, die Zeit für ein wenig musikalische Unterhaltung erübrigen konnten. Die beiden stellten schnell fest, dass sie große Lust hatten, zusammen zu arbeiten. Das Herzstück der Musik ist für beide die Liebe zur Improvisation und zu fließender Herangehensweise – zwei Eigenschaften, die ihre Auftritte sowohl für das Publikum als auch für die Musiker stets frisch und aufregend halten. Die Songs verändern sich ständig, Akkorde werden abgewandelt und in verschiedene Harmonien transponiert, verändern ihre Länge, verschmelzen und mäandern, während die beiden Musiker neue stilistische Gefilde ausloten und ihre Musik weiterentwickeln, oft mit Hilfe einer Art instinktiver, emotionaler Kommunikation. „Wir beide lieben es, viel zu improvisieren“, erklären Beranger. „Bei vielen unserer Live-Shows jammen wir auf und um die Songs herum, oder wir machen einfach gleich komplett neue Songs. Es ist sehr schwierig, ein solches Level an Spontanität zu erreichen, wenn andere Bandmitglieder involviert sind, denn wir lieben es, unangekündigt Akkorde zu wechseln und Harmonien hin und her zu modulieren“.

Gewiss war es die Fähigkeit, die musikalischen Moves des jeweils anderen zu lesen und vorauszuahnen, die eine Erweiterung über das Duo-Line-Up verhinderte. Doch andererseits: warum sollte man die Magie dieser harmonischen Arbeitsweise überhaupt beeinträchtigen? Man soll nicht reparieren, was nicht kaputt ist… wie man so schön sagt.  

Das Wunderbare an dem Treffen der beiden musikalischen Welten (detailverliebte Klassik verschmilzt mit Pop, Heavy-Rock-Ansätze treten in einen Dialog mit zarter Musikalität, dazu fette Grunge-Grooves und tanzbare Dynamik) ist, dass das Endergebnis buchstäblich für jeden etwas bietet. Eine Post-Genre-Herangehensweise, die sie zur perfekten Band für die heutige Zeit macht, eine Ära, in der die alten Stammes-Fehden längst Geschichte sind, wo althergebrachte Unterschiede ignoriert werden und in der sich Bands über alle musikalischen Grenzen hinwegsetzen können, um Inspirationen und neue Sounds aufzuspüren. Ein praktischer Nebeneffekt: von informellen Zusammenkünften in Berliner Parks bis hin zu etablierten Festivals können Beranger vor jedwedem Publikum auftreten: von Indie-Kids bis hin zu alternden Rockern. Und alle singen, moschen, tanzen und headbangen nach Herzenslust.

Und was erwartet Beranger als nächstes? Nun, ihre Mission ist es, Menschen zu ermutigen, Entscheidungen zu treffen und Risiken einzugehen, die sie normalerweise scheuen würden. Einen Schritt ins Unbekannte zu tun, Vertrauen in sich selbst zu haben, mutig zu sein, einzigartig und ganz man selbst. „Wir wollen die Menschen ermutigen, hervorzutreten, mit ihren Ängsten zu brechen und jene Dinge zu tun, die sie wirklich lieben“, erklärt das Duo. „Wir wollen, dass die Menschen ihren Leidenschaften folgen und Risiken eingehen, die sie gerne eingehen wollen, aber befürchten, sie könnten von ihnen überwältigt werden.“

Diese Attitude hat Beranger zu dem gemacht, was sie heute sind: ein einzigartiges musikalisches Duo, das seinen Weg stur weitergegangen ist, das ehrlich zu sich selbst ist und sich vor keiner Modeerscheinung beugt. Gleichzeitig beweisen die beiden Musiker, dass sich der Einsatz lohnt - wenn es sogar ein paar eigenbrötlerische Straßenmusiker schaffen können, vor tausenden von Menschen aufzutreten…